zurück

Das Leben und Reisen der Lina Bögli

Der Verein Pro Amiet-Hesse-Weg will seine Aktivitäten im Jahr 2018 dem Leben und Reisen von Lina Bögli widmen. Ihr Grabstein steht heute noch auf dem Friedhof Oschwand. Geboren 1858, vor 160 Jahren in Spych bei Oschwand, starb die erste Reiseschriftstellerin der Schweiz 1941 in Amélie Mosers Kreuz in Herzogenbuchsee. Lina Böglis handschriftliche Tagebücher und viele Briefe werden von ihren Nachkommen aufbewahrt.

1904 erschien unter dem Titel «Vorwärts!» der Bericht einer Schweizer Lehrerin namens Lina Bögli, «die ganz allein und ohne andere Mittel als die, welche sie auf dem Wege verdiente» in zehn Jahren, von 1892 bis 1902, um die Welt gereist ist. Ihr Buch wurde – zuerst in Englisch, zwei Jahre später dann auf Deutsch, dann in neun Sprachen übersetzt – zum Beststeller. Seine Neuauflage aus dem Jahr 1990 trägt den Titel Talofa – das ist der samoanische Gruss. Auf Samoa gefiel es Lina Bögli besonders gut.

 

Die erste Schweizer Reiseschriftstellerin stammt aus dem «Boden» im Weiler Spych bei Oschwand. Lina Bögli wurde 1858 als jüngstes Kind der armen Kleinbauernfamilie von Ulrich Bögli hier am Waldrand geboren und auf den Namen Carolina getauft. Mit zwölf Jahren schickte sie ihr Vater als «Kindsmagd» in den Jura, um Französisch zu lernen und die Familie zu entlasten. Lina entdeckt schon früh ihre «sonderbare Gabe, Kinder in Ordnung zu halten».

 

Ab dem 17. Lebensjahr arbeitete Lina Bögli für drei Jahre als Zimmer- und Kindermädchen bei einer wohlhabenden Schweizer Familie in Neapel. Schliesslich findet sie eine gute Stelle als Erzieherin in einer polnischen Adelsfamilie. Nach acht Jahren hatte sie genug Geld gespart, um in der Schweiz nach zweijährigem Studium das Lehrerinnendiplom zu machen. Ein England-Aufenthalt vervollständigt ihre Ausbildung. Die Zertifikate sollten ihr während ihrer Weltreisen sehr zustatten kommen. Ihre Reisen führten sie u.a. nach Australien, Neuseeland, Hawai, die USA, Kanada, China und Japan.

 

1914, mit 56 Jahren und nach fast 40 Jahren in der Fremde, kehrt die Weitgereiste in ihre Heimat zurück. Sie hatte genug gespart, um weiter ein völlig unabhängiges, wenn auch einfaches, Leben zu führen: Sie mietet sich im Kreuz in Herzogenbuchsee ein Zimmer. Das Kreuz ist der erste alkoholfreie Gasthof der Schweiz. Gegründet von Amélie Moser. Hier lebt sie inmitten ihrer Andenken an ihre Weltreisen, hält Vorträge, gibt Sprachunterricht, kümmert sich um Notleidende und um die Erziehung ihrer Nichten.

 

Lina Bögli starb mit 83 Jahren kurz vor Weihnachten 1941. Ihr Grabstein auf dem Friedhof Oschwand trägt die Inschrift: «Vorwärts, aufwärts!». Der Schweizer Regisseur Christoph Marthaler kreierte 1996 einen fulminanten Theaterabend über die aussergewöhnliche Frau aus Spych. Er nannte seine Inszenierung, der eine Hörspielfassung folgte: «Lina Böglis Reise».

 

Mehr zur Hommage 2018 für Lina Bögli liest du rechtzeitig an dieser Stelle.

Lina Bögli am Bodensee

Nach ihrer zehnjährigen Weltreise und vor der Rückkehr nach Herzogenbuchsee arbeitete Lina Bögli ab Mitte 1907 für knapp drei Jahre als Lehrerin am Königin Paulinen-Stift in Friedrichshafen. Sie unterrichtet vor allem Französisch. Der Zollbeamte und Lokalhistoriker Martin Kohler hat das Leben, die Reisen und den Aufenthalt von Lina Bögli in Friedrichshafen in einer Ausstellung für das dortige Schulmuseum aufgearbeitet und präsentiert. Die Ausstellung wurde Ende April 2016 abgebaut und eingelagert. Martin Kohlers prall gefüllten und sorgfältig gestalteten Ausstellungskoffer und Installationen zu Lina Bögli samt Originaldokumenten werden 2018 im Rahmen der Hommage in Oschwand und Herzogenbuchsee 2018 wieder geöffnet – und das an einem Ehrenplatz. Gut möglich, dass diese «Sammlung» von Fotos, Bildern, Texten, Geschichten, Briefen und Postkarten in Böglis alter Heimat bleiben wird.

 

Kontakt

Verein Pro Amiet-Hesse-Weg
c/o Agentur ADHOC Beat Hugi
Feldstrasse 10 / Postfach
4901 Langenthal

Telefon 079 228 02 63
E-Mail: info@amiet-hesse-weg.ch