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Lina Bögli in der Bibliothek Herzogenbuchsee

Der Verein Pro Amiet-Hesse-Weg liess vom 11.8. bis 2.9.2018 mit einer grossen Ausstellung in der Bibliothek Herzogenbuchsee, mit einem Bögli-Zimmer im Schulhaus Oschwand und mit drei Kreuz-Abenden das Leben und Reisen von Lina Bögli Revue passieren. Lina Bögli ist eine der Frauen, denen die Ausstellung «Frauen vom Land unter Sternen» zugedacht war. Ab Ostern 2019 soll die Bögli-Ausstellung permanent im Kornhaus Herzogenbuchsee installiert werden.

Ein Glücksfall für die Veranstalter vorab: Nach ihrer ersten, zehnjährigen Weltreise und vor der Rückkehr in ihre Heimat arbeitete Lina Bögli ab Mitte 1907 für knapp drei Jahre als Lehrerin am Königin Paulinen-Stift in Friedrichshafen. Sie unterrichtet vor allem Französisch. Der Zollbeamte und Lokalhistoriker Martin Kohler hat das Leben, die Reisen und den Aufenthalt von Lina Bögli in Friedrichshafen in einer Ausstellung für das dortige Schulmuseum aufgearbeitet und präsentiert. Die Ausstellung wurde letztes Jahr abgebaut und eingelagert.

 

Kohlers prall gefüllte und sorgfältig gestaltete Ausstellungskoffern und Installationen zum Leben und den Reisen von Lina Bögli samt Originaldokumenten wurden im Rahmen der Ausstellungen «Frauen vom Land unter Sternen» in Herzogenbuchsee und Oschwand wieder geöffnet, präsentiert und da und dort mit neusten Erkenntnissen und Entdeckungen der lokalen Geschichtsforschung ergänzt. Dazu gehörten die Sichtung ihrer Tagebücher, Briefe und Diavorträge. Diesen wertvollen Trouvaillen aus und zum Leben von Lina Bögli wurden drei Themenabende im Kreuzkeller Herzogenbuchsee  gewidmet und teilweise auch im Original präsentiert. Die Ausstellung soll ab Frühjahr 2019 fix im Kornhaus Herzogenbuchsee installiert werden.

 

Vorab zur Biografie der Welt- und Weitgereisten soviel: 1904 erschien unter dem Titel «Vorwärts!» der Bericht einer Schweizer Lehrerin namens Lina Bögli, «die ganz allein und ohne andere Mittel als die, welche sie auf dem Wege verdiente» in zehn Jahren, von 1892 bis 1902, um die Welt gereist ist. Ihr Buch wurde – zuerst in Englisch, zwei Jahre später dann auf Deutsch, dann in neun Sprachen übersetzt – zum Beststeller. Seine Neuauflage aus dem Jahr 1990 trägt den Titel Talofa – das ist der samoanische Gruss. Auf Samoa gefiel es Lina Bögli besonders gut.

 

Die erste Schweizer Reiseschriftstellerin stammt aus dem Weiler «Boden» bei Oschwand. Lina Bögli wurde 1858 als jüngstes Kind der kinderreichen Kleinbauernfamilie von Ulrich Bögli hier am Waldrand geboren und auf den Namen Carolina getauft. Mit zwölf Jahren schickte sie ihr Vater als «Kindsmagd» in den Jura, um Französisch zu lernen und die Familie zu entlasten. Lina entdeckt schon früh ihre «sonderbare Gabe, Kinder in Ordnung zu halten».

 

Ab dem 17. Lebensjahr arbeitete Lina Bögli für drei Jahre als Zimmer- und Kindermädchen bei einer wohlhabenden Schweizer Familie in Neapel. Schliesslich findet sie eine gute Stelle als Erzieherin in einer polnischen Adelsfamilie. Nach acht Jahren hatte sie genug Geld gespart, um in der Schweiz nach zweijährigem Studium das Lehrerinnendiplom zu machen. Ein England-Aufenthalt vervollständigt ihre Ausbildung. Die Zertifikate sollten ihr während ihrer Weltreisen sehr zustatten kommen. Ihre Reisen führten sie u.a. nach Australien, Neuseeland, Hawai, die USA, Kanada, China und Japan.

 

1914, mit 56 Jahren und nach fast 40 Jahren in der Fremde, kehrt die Weitgereiste in ihre Heimat zurück. Sie hatte genug gespart, um weiter ein völlig unabhängiges, wenn auch einfaches Leben zu führen: Sie mietet sich im Kreuz in Herzogenbuchsee ein Zimmer. Das Kreuz ist der erste alkoholfreie Gasthof der Schweiz. Gegründet von Amélie Moser. Hier lebt sie inmitten ihrer Andenken an ihre Weltreisen, hält Vorträge, gibt Sprachunterricht, kümmert sich um Notleidende und um die Erziehung ihrer Nichten.

 

Lina Bögli stirbt mit 83 Jahren kurz vor Weihnachten 1941. Ihr Grabstein auf dem Friedhof Oschwand trägt die Inschrift: «Vorwärts, aufwärts!». Der Schweizer Regisseur Christoph Marthaler kreierte 1996 einen fulminanten Theaterabend über die aussergewöhnliche Frau aus Spych. Er nannte seine Inszenierung, der eine Hörspielfassung folgte: «Lina Böglis Reise».

Die Ermöglicher

Sie haben die aktuellen Ausstellungen «Frauen vom Land unter Sternen» 2018 mit Geld- und Sacheinlagen möglich gemacht:

Gemeinde Ochlenberg
Gemeinde Seeberg
Gemeinde Herzogenbuchsee
Stadt Langenthal
Burgergemeinde Herzogenbuchsee
Frauenverein Herzogenbuchsee
Bern Kultur/Lotteriefonds Kanton Bern
SoKultur/Lotteriefonds Kanton Solothurn
Däster Schild Stiftung Grenchen
Ernst Göhner Stiftung, Zug
W. Heiniger Schreinerei, Ursenbach
Securiton AG (Roger Pauli)
Christina Widmer-Hesse, Bremgarten
Peter Krauchthaler, Bern
Daniel und Pia Thalmann, Aarau
Bromers Art Collection, Roggwil
Ulrich und Adrienne Borsari, Zollikerberg
Anna Stuby, Langenthal
Martin Kohler, Friedrichshafen
Vreni und Heiri Bögli, Spych
Margret Nyfeler-Bögli, Gondiswil
Nyfeler Holzwaren, Goldiswil
Hanspeter Jakob, Herzogenbuchsee
Hans-Kaspar Schiesser, Herzogenbuchsee
Bernhard Staub, Zürich
Therese Glauser-Fankhauser, Kirchlindach
Schürch Druck & Medien, Huttwil
Verein Pro Amiet-Hesse-Weg
DANKE!

Laden Sie hier den Programmflyer herunter.

 

Mehr dazu

Kontakt

Verein Pro Amiet-Hesse-Weg
c/o Agentur ADHOC Beat Hugi
Feldstrasse 10 / Postfach
4901 Langenthal

Telefon 079 228 02 63
E-Mail: info@amiet-hesse-weg.ch