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Frauenpower im Schulhaus Oschwand

Im Oschwander Teil der Ausstellung «Frauen vom Land unter Sternen» standen vom 11.8. bis 2.9.2018 diese Frauen, ihr Leben und ihre Werke im Zentrum: Madeleine Multerer-Heiniger, Clara Vogelsang-Eymann und Erika Fankhauser Schürch. Dazu ein Zimmer mit den Tagebüchern und Teetassen von Lina Bögli und über 40 Frauen – viele vom Land unter Sternen – gemalt von Cuno Amiet: z.B. Anna, Greti und Lydia Amiet, Frau Grütter, Bruno Hesses Frau Kläri und Tochter Christine, Ischi Walters Lieblingsmodell Kikou Yamata…

Amiets Frauen-Porträts fanden sich im Predigtsaal des alten Schulhauses von Oschwand: Von seiner Frau Anna über die Adoptivtöchter Greti und Lydia, seine Schwiegermutter Martha Luder, Frau Grütter aus Spych, Gertrud Dübi-Müller aus Solothurn. Dazu drei rare Bronzebüsten. Und vor allem auch: das prächtige Gemälde der Japanerin Kikou Yamata, stehend im blauen Kimono (© D.Thalmann, Aarau)

Ischi Walter sei Dank

Diese Leihgabe hatte der Verein Pro Amiet-Hesse-Weg alt Posthalter und Lokalhistoriker Walter Ischi (95) zu verdanken. Er war als Kind stets begeistert von der Japanerin, wenn sie sich hinter Amiets Atelier vis-à-vis der Poststelle Oschwand vom Modellstehen ausruhte. Eine Begeisterung, die den heutigen Besitzer des 1932 von Amiet gemalten Bildes dazu bewog, Kikou Yamata im Spätsommer 2018 für drei Wochen in die Ausstellungsferien auf Ischis Oschwand zu schicken.

 

 


Bilder auf Leben und Tod

Daneben damals auf Augenhöhe mit Amiets Sicht auf die Frauen und zusätzlich im ersten Stock: Madeleine Multerer-Heinigers berührenden Zeichnungen und Acryl-Gemälde zwischen Leben und Tod. Eine Auseinandersetzung mit dem Krebs und eine finale Abrechnung zwischen Leben und Loslassen. Ende 1989 erfährt Madeleine Multerer mit 32 Jahren als Mutter der einjährigen Christine, dass sie an Magenkrebs leidet. Ein Jahr später stirbt sie. «Frauen vom Land unter Sternen» zeigte im Schulhaus Oschwand Zeichnungen und Bilder, die sie in ihrem letzten Jahr gemalt hat.

 

Limitierte Neuauflage

Drei Jahre nach ihrem Tod hat ihr Spitalpfarrer Martin Lienhard das Buch «Geburt im Dunkel – Erfahrungen mit Krebs» von und für Madeleine Multerer herausgegeben. Längst vergriffen wurde das Buch mit Texten und Zeichnungen für die Ausstellung in Oschwand in einer limitierten Auflage neu aufgelegt. Es erschien – mit 16 Seiten zu den farbigen Bildern ergänzt – im Kulturbuchverlag Herausgeber Riedtwil. Das Buch ist im Buchhandel erhältlich.

 

Die malende «Bernerin»

Unter Amiets Porträtierten im Predigtsaal – als «Bernerin» in – die Tochter des Langenthaler «Bärenwirts» und Schwester von Lydia Eymann: Clara Vogelsang-Eymann (1892-1984). Clara Vogelsang wurde selbst Kunstmalerin. Sie pflegte unter anderem intensiven Kontakt mit Amiets grossem Mitbewerber am damaligen Schweizer Kunstmarkt: Ferdinand Hodler. Im Schulhaus Oschwand waren Bilder von Clara Vogelsang-Eymann in einem der Schulzimmer im ersten Stock zu sehen.

 

 


Moderne Keramik-Kunst

Dort wurden zudem zusammen mit den Bildern von Madeleine Multerer Werke der Keramikerin Erika Fankhauser Schürch (Foto: Chris Däppen) gezeigt. Darunter Arbeiten, die sie eigens für die Ausstellung und dieses Umfeld gestaltet hat. Erika Fankhauser ist in Spych unterhalb von Oschwand und unterhalb des Weilers Spych-Boden von Lina Bögli aufgewachsen. Sie lebt und arbeitet heute in Wynigen.

 

Land unter Sternen

Die damalige Besteller-Autorin Maria Waser (1878-1939), geboren Krebs, ist in Herzogenbuchsee aufgewachsen. Ihr Buch «Land unter Sternen» erschien 1930 als «Roman eines Dorfes». Er spielt in Herzogenbuchsee und den Buchsibergen. Darin porträtiert Waser unter anderen Amélie Moser (1839-1925), die Gründerin des «Kreuz» Herzogenbuchsee, der ersten alkoholfreie Wirtschaft der Schweiz. Sie nennt Amélie Moser im Roman «die grosse Frau». Nach dem Tod ihrer Mutter hat Amy Moser (1868-1957) den Betrieb des Kreuz weitergeführt.

Mehr zu den Frauen «vom Land unter Sternen» lesen Sie auch auf der Website Kulturland Herzogenbuchsee.

 

Mehr dazu

Kontakt

Verein Pro Amiet-Hesse-Weg
c/o Agentur ADHOC Beat Hugi
Feldstrasse 10 / Postfach
4901 Langenthal

Telefon 079 228 02 63
E-Mail: info@amiet-hesse-weg.ch